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Mythos Milchsäure auf der Spur

31
Januar 2012
12:58 Uhr

Mein Blick geht nach oben. Ich stehe vor dem Institutsgebäude der Deutschen Sporthochschule Köln und habe im elften Stockwerk einen Termin zur Leistungsdiagnostik. Wie in meinem letzten Blogbeitrag angekündigt, will ich testen, wie fit ich eigentlich bin. Ich fühle mich gut, bin motiviert und überlege kurz, ob ich die Treppen nehmen soll. Dann drücke ich den Knopf des Aufzugs.

An der Deutschen Sporthochschule werden nicht nur Leistungssportler auf Herz und Nieren geprüft. Im Zentrum für Leistungsdiagnostik (ZeLD) können auch Freizeitsportler medizinisch beraten werden. Das Angebot ist umfangreich und reicht von Trainingsplanung über Gesundheit, Prävention und Rehabilitation.

Am Anfang jeder Ausdauerdiagnostik steht die Anamnese. Ich beantworte Sportwissenschaftler Dr. Ramin Vafa artig viele Fragen zu meinem Gesundheits- und Fitnessstand und lege ihm wie gefordert einen Attest vor, dass mein Herz die Belastung aushält. Jetzt kann es losgehen.

Ab aufs Rad

Ich entscheide mich für den Basic-Check Rad für 180 Euro, da ich gelegentlich Rennrad fahre und mich auch im Fitnessstudio lieber auf das Rad schwinge, als auf dem Laufband zu schwitzen. Ich bekomme eine Maske für die Atemgasanalyse aufgesetzt, und darf jetzt los strampeln. Jede fünf Minuten wird der Widerstand erhöht und ich bekomme für die Messung von Laktat, der Milchsäure, Blut am Ohrläppchen abgenommen.

Am Anfang fühle ich mich super, mache Späße mit Dr. Vafa. Doch je länger der Test dauert, um so platter werde ich. Am Ende habe ich mich vollkommen ausgepowert und bin gespannt auf das Ergebnis. In einem intensiven Gespräch erklärt mir Dr. Vafa sehr verständlich, was in meinem Körper gerade abgegangen ist. Bereits nach zehn Minuten hat mein Laktatwert die zwei Millimol-Grenze überschritten. Fett wird nicht nicht mehr so stark verbrannt und der Kohlenhydratspeicher hat die Tore weit geöffnet, um dem Fettstoffwechsel zur Hilfe zu eilen. Im Klartext: Ein Ausdauersportler bin ich eindeutig noch nicht.

Ein Plan, ein Ziel

Dr. Vafa macht mir Mut und erklärt, dass sich die Werte bei einem richtigen Trainingsprogramm nach sechs Wochen bereits leicht und in drei bis vier Monaten sichtbar ändern. „Das ist das Tolle an meinem Job“, erklärt mir der 37-Jährige und fügt hinzu: „Eine 54-Jährige Kundin hat nicht nur die Freude am Rennradfahren wieder entdeckt, sondern fährt nach zweijähriger Leistungs- und Trainingsbetreuung durch uns sogar schon wieder Rennen auf höchstem Niveau.“

Hört sich doch viel versprechend an. Aber Dr. Vafa bringt mich bezüglich meines Planes, durch Fun- und Trendsportarten nachweislich fitter zu werden, auf den Boden der Tatsachen zurück. „Na klar fühlt man sich durch Sport immer besser und gesünder. Doch die Ausdauer wird nur bei einer bestimmten Trainingshäufigkeit merklich verbessert.“ Ich sehe ein, dass man den Erfolg mit Fun- und Trendsportarten mit Laktat alleine nicht messen kann. Ich mache mir einen neuen Plan: Sich besser und gesünder zu fühlen, ist doch auch nicht schlecht, oder?

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